Lean Management

Lean Management



Lean Management ist ein Ansatz, der Werkzeuge und Methoden zur Verschlankung und Optimierung von Prozessen/Abläufen umfasst. Durch Projekte werden Prozesse von Verschwendungen befreit und dadurch z.B. eine schnellere Durchlaufzeit erreicht. Bei der Optimierung von Produktionsprozessen kann dies u.a. ausschlaggebend dafür sein, dass zusätzliche Zeit für die Herstellung von Produkten gewonnen wird, was sich wiederum positiv beim Umsatz bemerkbar macht. Lean Management stammt ursprünglich aus Japan, wird aber heute weltweit aktiv genutzt.

Die positive Resonanz ist darauf zurückzuführen, dass es in jedem Unternehmen große Potenziale für Lean-Management-Projekte gibt: Jeden Tag entsteht „irgendwo“ Raum für Verbesserungen – und wenn es sich „nur“ um eine kleine Änderung in alltäglichen Abläufen handelt. Toyota und andere japanische Unternehmen haben schon früh erkannt, dass die Durchführung kontinuierlicher Verbesserungen ein wesentlicher Faktor für wirtschaftlichen Erfolg und die Weiterentwicklung darstellt.



PDCA

Diese Einsicht führte zur Entstehung von Kaizen und weiteren Konzepten, wobei viele von ihnen sich den PDCA-Zyklus zunutze machen. Ein wesentlicher Vorteil der Methoden und Werkzeuge des Lean Managements ist, dass sie nicht nur großen Nutzen erbringen, sondern auch schnell angewendet werden können. 



Das Geld liegt im Prozess

Lean Management beschäftigt sich mit organisatorischen Verbesserungen zur Reduktion von Verschwendungen in Prozessen mit dem „technischen“ Ziel, die Prozessgeschwindigkeit zu erhöhen. Zitat: „Das Geld liegt im Prozess“ (vgl. Werner 2008, S. 1). Bei der Einführung von Verbesserungssystemen in Unternehmen gibt es oftmals Ablehnung seitens der Mitarbeiter, da man allem Neuen grundsätzlich skeptisch gegenübersteht.

Die Erfahrung zeigt, dass diese Ablehnung bei Lean Management geringer ist als bei Six Sigma, da mit einfachen Mitteln schnelle Erfolge erzielt werden können. Die Lernkurve im Unternehmen ist ebenfalls kürzer, da Werkzeuge und Methoden aus dem Lean Management oftmals einfacher zu verstehen sind. Ein weiterer Pluspunkt für Lean Management ist, dass die Mehrzahl an Unternehmen eher mit Verbesserungen zu kämpfen haben, die organisatorischer Natur sind. Damit ist anfänglich ein höheres Potenzial an Verbesserungsprojekten in diesem Bereich vorhanden. Lean Management ist oftmals nahe am Prozess. Dort, wo Action ist und Werte zu einem bestimmten Zeitpunkt erzeugt werden. Man spricht von Wertschöpfung bzw. wertschöpfender Zeit. Das motiviert!



Werkzeuge des Lean Managements

Es gibt zahlreiche Methoden und Werkzeuge des Lean Managements, die zur Verschlankung und Optimierung von Prozessen eingesetzt werden können. Sie zielen darauf ab, Verschwendungen in Prozessen zu reduzieren oder gar vollständig zu eliminieren und den Produkten und Dienstleistungen auf diese Weise einen Wert hinzuzufügen.

Value Add / Non Value Add


Werkzeuge des Lean Managements sind insbesondere darauf ausgerichtet, Bestände und Durchlaufzeiten zu reduzieren sowie Prozesse nachhaltig und produktiv zu gestalten. Das betrifft sowohl ganzheitliche Prozesse als auch die Abläufe direkt am eigenen Arbeitsplatz. Bekannte Werkzeuge sind z.B. die Arbeitsplatzorganisation 5S bzw. 5A, die Wertstromanalyse zur Visualisierung von Prozessen und ihren Potenzialen, die Messung der Prozessleistung (wiedergegeben durch die Kennzahl OEE), SMED zur Reduzierung von Rüstzeiten oder Kanban zur Organisation des Materialflusses nach dem Supermarkt-Prinzip. Ein grundlegendes Prinzip des Lean Managements und seiner Werkzeuge ist das der kontinuierlichen Verbesserung. Dieses geht davon aus, dass immer und überall und jeden Tag Verbesserungspotenziale zu finden sind – ob nun in der Lieferkette insgesamt oder „nur“ am eigenen Arbeitsplatz.



Lean Manager

Der Lean Manager erkennt das hohe Lean-Potenzial im Unternehmen und führt zu dessen Realisierung Projekte durch, um Verschwendungen zu eliminieren und dadurch so schnell wie möglich finanzielle Vorteile zu sichern. Das trägt u.a. zu einer Reduzierung der Bestände und einer schnelleren Durchlaufzeit bei. Der Lean Manager kennt die Vorteile der Lean-Management-Werkzeuge und -Methoden: Ihm ist bewusst, dass sie schnell umgesetzt und damit in kurzer Zeit zu großen Erfolgen führen können.

Er ist daher für die Einführung des Lean Managements im Unternehmen und die Etablierung sowie Verbreitung der Lean-Prinzipien verantwortlich. Dazu gehört, dass der Lean Manager seine Mitarbeiter mit den entsprechenden Methoden und Werkzeugen vertraut macht und damit die Grundlage für ganzheitliche kontinuierliche Verbesserungen schafft.



Geschichtliches

Lean Management reicht zurück bis in die Anfänge des 20. Jahrhunderts und wurde durch Taiichi Ohno und das von ihm erfundene Toyota Production System (TPS) sowie durch das Ford Production System geprägt und weiterentwickelt (vgl. Ohno 1988,).. Henry Ford standardisierte und optimierte die Fließbandfertigung von Automobilen. Der Begriff „Lean Thinking” wurde durch James P. Womack and Daniel T. Jones in dem gleichnamigen Buch erwähnt (vgl. Womack und Jones 1996). Beim Lean Management ist weiterhin zu nennen, dass zur Problemlösung der aus der Qualitätssicherung stammende PDCA-Zyklus eingesetzt wird. Dieses Akronym steht für Plan, Do, Check und Act und be-zieht sich auf einen Verbesserungsprozess, der aus vier Phasen besteht. Benannt nach William Edward Deming (1900–1993), wird dieses Schema auch als Deming-Zyklus bezeichnet.



Geschwindigkeit und Lean

Mit den steigenden Anforderungen an das Produkt und dem Streben, mehr Marktanteile und damit mehr Umsatz und steigenden Gewinn zu erhalten, stehen die Unternehmen immer wieder vor folgenden Problemstellungen:

  • Kosten sollen gesenkt werden
  • Lieferzeiten und Lagerbestände sollen reduziert werden
  • Durchlaufzeiten und Reaktionszeiten sollen schneller werden
  • Kundenzufriedenheit soll erhöht werden

Unternehmen machen das natürlich nicht zum Spaß. Sie wollen konkurrenzfähiger werden und investieren daher in Ihre Mitarbeiter, Innovationen und modernes Equipment. Das hört sich sehr idealistisch an. Im Normalfall wird nach der altbewährten Formel Kosten runter = mehr Gewinn gearbeitet. Im Zuge dessen wird auf eine Investition in Mitarbeiter verzichtet, um Kosten zu sparen, was allerdings kaum zu erhöhten Gewinnen im Folgejahr führt; stattdessen schaden sich gesunde Unternehmen auf diese Weise selbst.

Die Bedeutung der Geschwindigkeit

Stellen wir uns an diesem Punkt noch einmal die Frage, für wen genau die Unternehmen Produkte herstellen. Das ist – natürlich – der Kunde. Aber was will der Kunde eigentlich? Kunden möchten immer alles schnell haben. Sie erwarten maximale Flexibilität von Ihren Lieferanten. Dazu müssen Sie aber maximale Kapazität haben, um einen Auftrag z.B. noch einmal schnell dazwischenzuschie-ben. Was wollen Sie also machen? Ablehnen und Umsatz verlieren? Ein hoher Umsatz ist doch wichtig für Ihre persönlichen Ziele als Manager, gerade zum Ende des Jahres! Oder wollen Sie das System überbuchen?

Sicher, ein paar Ihrer Kunden ändern bestimmt wieder kurzfristig ihre Meinung und es wird nichts bestellt. Aber wer weiß das schon genau? Die Liste der Erfahrungen aus Unternehmen, wie Kundenaufträge geplant und ausge-führt werden, lässt sich unendlich weiterführen. Die Durchlaufzeit von Produkten muss von hoher Geschwindigkeit sein, um günstiger liefern zu können. Eine hohe Geschwindigkeit bedeutet die Sicherung des Arbeitsplatzes auf dem Markt.

Prozesse werden schneller, wenn Verschwendung reduziert wird. Werden Produkte schneller hergestellt, so erhöhen Sie die Kapazität. Sie werden flexibler und kostengünstiger für den Kunden. Der Kunde ist sogar bereit, mehr Geld für ein Produkt zu bezahlen, wenn es schnell geliefert wird. Bestände reduzieren die Geschwindigkeit und bewirken einen schlechten „cash flow“, d.h. Ihr Kapital ist in Beständen gebunden. Wenn Sie das gebundene Kapital zur Bank bringen würden, bekommen Sie Zinsen. Sie könnten das gebundene Kapital aber auch in neue Investitionen stecken.

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Die Alphadi-Gruppe ist ein führender Anbieter für Seminare, Beratungen und Coaching in den Bereichen Lean Six Sigma, Qualitätsmanagement und Sales Process Engineering und auf die Optimierung von Prozessen spezialisiert.

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