Design for Six Sigma

Design for Six Sigma



Als Design for Six Sigma, kurz DFSS, ist ein Ansatz zur Neuentwicklung von Prozessen, Produkten oder Dienstleistungen zu verstehen. Produkte und Prozesse können dabei entweder komplett neu designt oder, wenn bereits einschlägige Konzepte existieren, grundlegend verändert werden. Im Gegensatz zu Six-Sigma-Projekten, in denen Prozesse in Anlehnung an DMAIC auf Fehler analysiert und verbessert werden, nutzen Anwender bei Design for Six Sigma die DMADV-Roadmap, um Projekte durchzuführen.

 

DMADV Selektion


Im Zuge der fünf DMADV-Phasen – Define, Measure, Analyze, Design und Verify – werden Produkte und Dienstleistungen bzw. die Prozesse, die ihnen zugrunde liegen, von Anfang an so designt, dass sie die nachhaltige Six-Sigma-Qualität erreichen und damit das Risiko späterer Fehlerkosten drastisch reduziert ist. Das geschieht, wie bei Six Sigma auch, durch Nutzung statistischer Verfahren.

DFSS ist darauf ausgerichtet, die tatsächlichen Kundenanforderungen von Anfang an zu berücksichtigen und als festen Ausgangspunkt zur Entwicklung des neuen Designs zu nutzen. Ein entscheidendes DFSS-Werkzeug zum Design von Produkten, Dienstleistungen und Prozessen, das genau darauf abzielt, ist die Methode Quality Function Deployment (QFD), mit der in vier aufeinander aufbauenden Phasen unterschiedliche Produktelemente ermittelt und priorisiert werden können.

Von großer Bedeutung ist DFSS für die Entwicklung bzw. das erfolgreiche Design von Produkten, Dienstleistungen und Prozessen. Da DFSS für die Entwicklung qualitativ hochwertiger Produkte eingesetzt wird und auf Hilfsmittel zurückgreift, die der Sicherstellung eines hohen Qualitätsstandards dienen, ist die Vorgehensweise als Methode des Qualitätsmanagements einzuordnen.



COPQ und Design for Six Sigma

Cost of poor quality (COPQ), also Fehler, die Kosten schlechter Qualität erzeugen, bewirken auf Unternehmensebene die drastische Verkürzung des Kundenlebenszyklus und führen über direkte oder indirekte Opportunitätskosten zu Kosten für den entgangenen Umsatz, den Deckungsbeitrag und schließlich zu entgangenem Gewinn und einer Reduzierung des Unternehmenswertes.

Das Ziel der Qualitätskostenrechnung ist es, die „Kosten der Qualität“ in ein Optimum zu bringen. Das Qualitätsmanagement, dessen Aufgabe dies ist, verursacht – wie jede andere Aktivität im Unternehmen – ebenfalls Kosten. Qualitätsbezogene Kosten gliedern sich auf in Costs of Poor Quality (COPQ) und Costs of Good Quality (COGQ). Die COPQ (deutsch: Fehlerkosten, entsprechen den Kosten der Abweichung in der Systematik der Qualitätskosten) sind nicht bekannt, nicht planbar und nur schätzbar.

Ressourcen werden verschwendet. Erfahrungswerte besagen, dass diese Kosten ca. 20 bis 30 % der Gesamtkosten ausmachen. Die COGQ (entsprechen den Kosten der Übereinstimmung in der Systematik von Qualitätskosten) sind bekannt, planbar und nicht vermeidbar. Sie tragen in der Regel zum Unternehmenserfolg bei. Sie bestehen aus den Prüfkosten, d.h. den Kosten, die durch das Aufrechterhalten des Qualitätsstandards anfallen.

Potentialbaum


Potential von DFSS

In einem Potenzialbaum, der 100% Projektpotenzial oder Kosten von schlechter Qualität widerspiegelt, sind die oberen 70% der Kosten die Früchte, die weiter oben in der Baumkrone hängen und deshalb nicht so leicht erreichbar sind. Durch das Durchlaufen von DMADV können neue (bessere) Prozesse eingeführt werden.

Vorhandene Prozesse werden re-designt und es entsteht – anstatt des vorhandenen Baumes sozusagen „auf einer grünen Wiese“ – etwas völlig Neues. Durch das Durchlaufen von DMAIC hingegen können vorhandene Produkte bzw. Dienstleistungen verbessert werden. Der Prozess dauert ca. drei bis neun Monate. Die unteren 30% der Kosten sind die „Low Hanging fruits“, die, in der Analogie gesprochen, leicht gepflückt werden können. Durch einfache Werkzeuge (z.B. 5S, Process Mapping oder Rüstzeitoptimierung usw.) können Kosteneinsparungen durchgeführt werden. Dies dauert in etwa ein bis vier Wochen.



Tools für DFSS

Zur strukturierten und auf Fakten beruhenden (Neu-)Entwicklung von Produkten, Dienstleistungen bzw. Prozessen werden entsprechende Tools für DFSS (Design for Six Sigma) benötigt. So kann sichergestellt werden, dass die neuen Designs von Anfang an über Six-Sigma-Qualität verfügen und auf den tatsächlichen Anforderungen der Kunden aufbauen.

DFSS kann in Kombination mit vielen weiteren Methoden und Werkzeugen angewendet werden. Bedeutende Tools für DFSS sind z.B. TRIZ, der Multigenerationsplan (MPG) und QFD. TRIZ, kurz für Theorie des erfinderischen Problemlösens, ist ein Verfahren zur intensiven Auseinandersetzung mit Problemen, die unter Einbeziehung vieler verschiedener Werkzeuge analysiert und anschließend durch innovative Ideen behoben werden.

Zur strategischen Planung und Weiterentwicklung von Produkten oder Dienstleistungen wird der Multigenerationsplan (MGP) eingesetzt. Quality Function Deployment bzw. QFD hingegen ist eine Methode, bei der nacheinander in vier Phasen verschiedene Produktelemente geplant und durch Priorisierung präzise ausgewählt werden. Am Ende werden auf Basis dessen das Produkt und der Prozess "designt". In jeder Phase wird ein House of Quality (HoQ) erstellt, das an die Ergebnisse der jeweils vorherigen Phasen anknüpft. Ausgangspunkt sind dabei die ermittelten Kundenanforderungen.



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